Andere Reisen

Von Panošiškės nach Alytus

Das Frühstück ist ähnlich mächtig, wie wir es schon kennen: Frischer Salat, sauer eingelegtes Gemüse, mit Käse überbackene Hühnerbrust. Da wir nicht mal die Hälfte davon zum Frühstück verzehren können, werden wir von unserer Wirtin ermuntert, alles als Proviant einzupacken und mitzunehmen.

Der Himmel ist grau und pünktlich zum Aufbruch fängt es an zu regnen. Wir warten eine halbe Stunde und hoffen, dass es bald nachlässt, aber dann regnet es noch stärker, also ziehen wir uns regenfest an und raus ins Vergnügen. Immerhin, der Regen hat einen Vorteil: Der sandige Feldweg ist in nassem Zustand fester, als wenn er trocken ist.

Die weiterführende Landstraße ist neu asphaltiert, es gibt kaum Verkehr, und die uns begleitende Wälder und blühende Wiesen könnten nicht schöner sein. Sie lassen uns den Regen fast als unwesentlich erscheinen.

Unsere Karte verzeichnet zwischen Onuškis und Dusmenys zehn Kilometer Schotterpiste. Wir sind hocherfreut, als wir dort eine hervorragende neue Straße vorfinden. Allerdings nur kurz: Nach vier Kilometern ist Schluß mit lustig! Was danach folgt, ist ein schlammiges Waschbrett. Hier erleben wir, wie so eine Straße hier „repariert“ wird: Es fährt ein Erdfräsmaschine an uns vorbei, der den welligen Weg etwa zehn Zentimeter tief abhobelt. Das abgefräste Schlamm wird vom dem Hobelschild nach links und rechts an die Seite geschoben. Dort bleibt es dann als ein halbes Meter hoher Wulst liegen, bis die Fahrzeuge es nach einiger Zeit wieder verteilt haben.

Später kommen wir zu einer Baustelle, wo der Verkehr einfach im Wald vorbei geleitet wird. Der sandige Boden ist von den schweren Baustellenfahrzeugen so zerwühlt, dass sogar das Schieben problematisch ist.

Danach wird die Landstraße wieder besser, aber von kurzen Pausen abgesehen regnet es nach wie vor. Die Luft ist auch kühl geworden. Schöne Radlertage sind anders, da hilft auf Dauer auch die schöne Landschaft nicht.

Wir erreichen Alytus, eine ziemlich große, aber wenig sehenswerte Industriestadt. Wir finden ein gutes Hotel und ein weniger gutes, aber doch akzeptables Abendessen. So sind wir trotz der Widrigkeiten des heutigen Tages zufrieden: Wir haben es wieder geschafft. Und morgen geht es nach Polen!