Andere Reisen

Von Alytus nach Sejny

Grau in Grau, Nieselregen, kühl ist es auch. Wir haben absolut keine Lust zu fahren und überlegen kurz, ob wir einen Tag in Alytus verbringen sollten. Manche verbringen hier ja das ganze Leben.

Schließlich fahren wir dann doch los. Eine gute Entscheidung: Bald hört es auf zu regnen. Der Himmel zeigt zwar weiterhin Drohgebärden und es ist auch kalt, ja saukalt, aber auch dagegen kann man sich ja schützen.

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Viele der armen Kleinbauern haben nur eine Kuh oder ein Pferd. Da es sich nicht lohnt, auf der Weide ein Tier zu hüten, sind diese Viecher an einem Pflock angebunden, die Vorderbeine sind zusätzlich miteinander verknebelt. Mir macht es traurig, auf Schritt und Tritt diese humpelnden, in ihrer Bewegung beschränkten Geschöpfe zu sehen. Viele der Pferde sind offensichtlich verhaltensgestört: Sie nicken unabläßlich mit dem Kopf.

Nach allen Informationen, die wir über den nach Polen führenden Straßen erhielten, müßten diese Wege mit schwerem Verkehr überlastet und mit Fahrrad nur unter Lebensgefahr befahrbar sein. Nichts, aber gar nichts davon ist wahr! Die Wege sind breit, der Verkehr gering. Sogar die erwartete Autoschlange an dem Grenzübergang fehlt. Uns werden nicht mal die Papiere kontrolliert.

In Sejny finden wir ein gutes Zimmer und ein Lokal, wo wir zwar keine kulinarischen Höhepunkte vorfinden, aber für wenig Geld satt werden können.