10. Tag: Von le Barcarès nach Perpignan
Montag, 03.09.2007
Bis Perpignan haben wir nur eine kurze Strecke vor uns. Etwa die Hälfte des Weges verläuft am Ufer des Agly, danach durch die Dörfer bis in die Stadt Perpignan. Die Ortsschilder sind hier nicht nur französisch, sondern auch catalanisch beschriftet. Beim Frühstück in einer Bar hören wir, dass auch die Gäste nicht französisch, sondern in Catalan sich unterhalten.
Radweg am Ufer des Agly
Perpignan hat etwas mehr als 100.000 Einwohner. Die Stadt ist erst 1659 zu Frankreich gekommen, davor gehörte zur Krone Aragoniens. Die Nähe Spaniens zeigt sich nicht nur durch die zweisprachigen Strassenschilder, sondern auch an den Alleebäumen, wo sich Platanen mit Palmen wechseln.
Perpignan
Perpignan

Eine der Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt ist die Festungsanlage, genannt Palast der Könige von Mallorca. Nach dem die Sarazenen am Ende des 13. Jahrhunderts von der Insel Mallorca vertrieben wurden, wurde aus dem Gebiet der Balearen, sowie aus einem Teil Cataloniens bis hin nach Montpellier der Königreich von Mallorca gegründet, der zeitweise aus Perpignan als Hauptstadt regiert wurde.

Palast der Könige von Mallorca
Altstadt von Perpignan
Altstadt von Perpignan
Altstadt von Perpignan

Die stimmungsvolle Altstadt mit den schmalen krummen Gassen und lauschigen Plätzen, alten Kirchen und Palästen ist mehr als besuchenswert. Besonders heute. Zum 60. Gründungsjahr der berühmten Fotoagentur MAGNUM ist in Perpignan eine Ausstellung mit umfangreichem Bildmaterial zu sehen. Dazu hat man große Räume in etwa einem Dutzend ehemaligen alten Klöstern und Kirchen benutzt. Jeder der einzelnen Ausstellungsorte ist einem anderen Fotografen gewidmet. Viele Bilder der Magnumkünstler sind Ikone des Zeitgeschehens geworden: Der sterbende Soldat im spanischen Bürgerkrieg von Robert Capa, die Schwarzweiß-Bilder von Henri Cartier-Bresson aus Paris, oder James Dean im Regen auf dem Times Square von Dennis Stock sind so berühmt wie die "Mona Lisa".

Wir suchen das Camping und wir finden es etwas außerhalb, aber obwohl wir nicht besonders hohe Ansprüche stellen, ist es völlig unakzeptabel. So fahren wir zurück in die Stadt und nehmen gegenüber dem Bahnhof ein Zimmer.

Unser Hotel in Perpignan

In dem Bahnhofsgebäude befindet sich ein Monumentalwerk von Salvador Dali, La Gare de Peripignan. Das Gemälde ist autobiographisch: Der Maler betrachtete den Bahnhof von Perpignan, wo jeder, der ihn in Spanien besuchen wollte, durchreisen musste, als "der Nabel der Welt".

Salvador Dali: "La Gare de Peripignan"