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Dienstag, 04.09.2007
Wir lassen uns heute von dem Wind, der nach wie vor mit Elementargewalt wütet, weiter nach Süden trieben. Bis Villeneuve-de-la-Raho gibt es wieder einen hervorragenden neuen Radweg, aber dieser Weg hat zwei Fehler. Erstens weiß man nicht, wohin der Weg führt, da kein Hinweisschild es anzeigt. Zweitens hat ein Radler auch an diesen erstklassigen Pisten nie Vorfahrt. Unser Radweg ist am Rand einer Vorfahrtstrasse, aber wir werden vor jeder Einmündung, ja vor jeder Torausfahrt durch Verkehrsschilder angehalten.
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Radweg vor Villenuevu-de-la-Roho
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In Théza |
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| Wir kommen nach Elne, wo auf einem befestigten Hügel über der Stadt ein ehemaliges Kloster mit Kirche und Kreuzgang thront. Von der Terrasse neben der Kirche bietet sich ein schöner Aussicht über die Landschaft. |
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Der zentrale Hauptplatz
in Elne bietet uns eine gute Gelegenheit für
eine Ruhepause, bevor wir die Kathedrale besichtigen.
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Die Kathedrale von Elne
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Elne ist eine der ältesten Ortschaften in Frankreich. Es wurde schon im 3. Jahrhundert urkundlich erwähnt, zwischen dem 6. und 17. Jahrhundert ist Elne Bischofssitz gewesen. Die Kathedrale wurde 1069 geweiht, der Kreuzgang im romanischen Stil angefangen und im 14. Jahrhundert gotisch vollendet. Es ist ein besonders schöner Kreuzgang mit figürlichen Kapitälen, die biblische Szenen lebhaft darstellen. Der Kreuzgang ist ein großartiges Gesamtkunstwerk, besonders wenn man bedenkt, dass es hier um Reste des ehemeligen Kreuzganges handelt.
Es ist wieder Mal eine traurige Geschichte von Barbarei und Banausentum. Nach der Säkularisation vor 200 Jahren wurde das Kloster dem Zerrfall überlassen. Erst am Anfang des 20. Jahrhunderts hat ein Privatmann die Ruinen gekauft und recht eigenwillig restauriert, indem er den ursprünglich zweistöckigen Kreuzgang auf den Erdgeschoss reduzierte, und die "überflüssig" gewordene Säulen und Kapitäle auf dem Kunstmarkt verklopfte. Sogar noch 1959 wurden Bauteile in Paris zum Kauf angeboten. Ein Kunsthistoriker hat die Teile als aus Elne stammend identifiziert und staatliche Stellen alarmiert, damit dieses Skandal verhindert wird: Vergebens. Frankreich zeigte in der Sache kein Interesse. Erst in den 90ern hat sich dies geändert. Es wurde dann mit vielen Ergänzungen der heutige Zustand erstellt.
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Elne, Kreuzgang |
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Wir
setzen unseren Weg fort. Der Nordwind hat sich verstärkt. Wir bekommen den jetzt von rechts und müssen höllisch aufpassen, dass es uns nicht einfach umbläst.
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Auch in der kleinen Stadt Saint-Génis-des-Fontaines steht
eine wunderbare Klosteranlage. Sie wurde im
8. Jahrhundert gegründet, die Kirche
im 11. Jahrhundert erbaut, der Kreuzgang im
13. Jahrhundert vollendet.
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Saint-Génis-des-Fontaines
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Türsturz über dem Kircheneingang,
nach dem Inschrift aus dem Jahr 1020
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| Übrigens
die Geschichte der Abtei ähnelt der in Elne:
Nach der Säkularisation wurde die Anlage an
Privatpersonen verkauft, die damit bis in die
jüngste Zeit gute Geschäfte gemacht haben. So
befinden sich heute Teile des Kreuzganges in
verschiedenen Museen bis nach Philadelphia.
Erst zwischen 1986 und 1994 hat man den Kreuzgang
aus eingesammelten und nachgemachten Teilen
so gut es ging wieder hergestellt. |
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Kreuzgang in Saint-Génis-des-Fontaines |
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In Saint-Génis-des-Fontaines sind wir kaum zehn Kilometer von der spanischen
Grenze entfernt, weiter nach Süden wollen wir
nicht fahren. Der Nordost-Wind bläst aber so stark,
dass es uns ziemlich hoffnungslos vorkommt,
dagegen anzukämpfen. So bleiben wir heute in
Saint-Génis-les-Fontaines und hoffen, dass der
Wind morgen vielleicht ein wenig nachlässt.
Das Camping in Saint-Génis-des Fontaines
ist bis auf Weiteres geschlossen, aber am westlichen
Dorfende kann man bei einem Bauern in einem sehr
einfachen Hilfscamping hinter dem Haus im Zelt
übernachten.
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