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Donnerstag, 06.09.2007
Manche
Deutsche mögen nicht deutsch sein.
Wir können es immer wieder beobachten, dass
besonders elitäre Kulturtouristen es fast
als persönliche Beleidigung empfinden, wenn sie
in Frankreich als Deutsche erkannt werden.
Wenn beispielsweise Amerikaner sich
im Ausland begegnen, dann gibt es ein Hello,
ein kleines Schwätzchen und nach gegenseitigen
guten Wünschen einen Abschied. Nicht so bei
uns. Heute früh beim Frühstück ist ein deutsches
Pärchen anwesend, das ich schon gestern
Abend mit einander Deutsch sprechen hörte.
So grüße ich sie jetzt mit einem frühlichen
"Guten Morgen". Das war offensichtlich
falsch. Sie antworten nicht und beim Verlassen
des sonst leeren Raumes pressen sie die
Lippen demonstrativ zusammen. Ich denke,
viele Deutsche haben ein gestörtes Nationalbewustsein:
Mal zu wenig, Mal zu viel.
Die heutige Strecke besteht
aus zwei ähnlichen Hälften: Von Estagel nach
Tuchan und von Tuchan nach Durban. Beides Mal
steigt der Weg in Weinbergen zu einem Pass hoch,
und an der anderen, an der Nordseite durch Buschwerk
und Pinienwälder wieder hinunter. Die Gegend
ist besonders schön, und die Steigungen nie
so gross, dass sie uns problematisch wäre. Zwar
tobt der Wind nach wie vor, aber er hat sich
auf West gedreht, kommt uns also von der linken
Seite. Wenn wir allerdings durch die vielen
Kurven mal kurz gegen den Wind treten müssen,
habe ich das Gefühl, dass mir jemand einen Stock
in die Speichen geschoben hat. Es hilft nur
herunter zu schalten und ganz langsam die Steigung
zu nehmen. Dabei ist viel Geduld gefragt, aber
wir sind nicht bei der Tour de France.
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Abends in dem einfachen Bistro werden wir
wieder ausgezeichnet bewirtet. Allgemein können
wir festhalten, dass die Küche in Corbières
auffallend gut ist. Dies wird zwar in Frankreich
erwartet, aber manchmal wird diese Erwartung
bitter enttäuscht. Beispielsweise haben wir
vor Jahren in Poitou ganz andere Erfahrungen
gemacht als hier in der Gegend.
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