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Freitag, 07.09.2007
Nachts
hat der Wind so an unser Zelt gezerrt, dass
ich befürchtete, jetzt werden wir fliegen
lernen! Bis zur Morgendämmerung lässt er
ein wenig nach, aber weg ist er noch immer
nicht.
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Wir nehmen als Frühstück einige
Croissants in der erwähnten Bäckerei und so
gestärkt fahren wir los. Nach anfänglichen Weinbergen
geht es in dem tiefen kargen Tal des Flüsschens
Berre weiter, wo wir gegen den Westwind einen
relativen Schutz finden. Verkehr gibt es so
gut wie keinen.
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Weinlese nördlich von Durban. |
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Die schöne Berglangschaft inspiriert
uns, gibt uns Kraft. Wir merken, wie es heute
besonders viel Freude macht, hier zu radeln.
So wählen wir für die Weiterfahrt nach Norden
nicht die bequemere Talstrecke, sondern die
über Fontjoncouse führende Bergroute. Nach unserer
Karte soll dort oben ein schönes Dorf mit
einem sehenswerten alten Kloster zu sehen sein. |
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Die Strasse nach
Fontjoncouse
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Diese
ist die einzige waagerechte Stelle an der Strasse
nach Fontjoncouse; sonst geht es ziemlich steil
nach oben.
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Nun, Fontjoncouse ist ein kleines Nest
mit nur 100 Einwohnern. Der Grand Place
in der Mitte des Dorfes ist ein Dreieck mit
nur fünfzehn Meter Seitenlänge. Auch die
Abtei ist keine Begründung für diesen Umweg.
Aber die wilde, einsame Landschaft macht
unseren Schlenker zum Höhepunk der letzten Tage.
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Fontjoncouse
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Nördlich von Fontjoncouse |
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In Coustouge
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Hinter Fontjoncouse geniessen wir die lange
Abfahrt, die uns in einem weinbewachsenen Tal nach
Fabrezan zurückführt. Hier kreuzen wir unseren
eigenen Weg. Vor neun Tagen im Regen sah hier
die Welt traurig aus. Jetzt ist es mild und
sonnig, nur der Wind ...
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Fabrezan
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Wir überlegen kurz, ob wir wegen dem
Wind in Fabrezan ein Zimmer suchen sollen, aber
wir fühlen uns gut, die zwölf Kilometer bis
zu unserem geplanten Tagesziel Douzens schaffen
wir auch noch. Also weiter!
Es geht auch recht gut bis etwa Fontcouverte.
Wir sind wieder im Aude-Tal. Auf den letzten
acht Kilometern bekommen wir den inzwischen
wieder stürmischen Westwind genau von vorn mit
einer kaum beschreibbaren Brutalität. Auf
den letzten vier Kilometern benötigen wir zwei
(!) längere Pausen, die wir im Strassengraben
im Windschatten von dicken Platanenstämmen verbringen.
Das Dorf Douzens mit dem kleinen Gasthaus kommt
uns vor, wie die Errettung, die Erlösung!
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Unser Gasthaus in
Douzens
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Das saubere Hotel ist übrigens ein
merkwürdiges Etablissement: Die Einrichtung ist
eine Apotheose von Kitsch, aber in einer so konsequenten
und liebenswürdigen Weise, dass dies schon als
Kunst betrachtet werden kann. Jedes Zimmer ist
in einer anderen Farbe gehalten; unser Zimmer
ist pink.
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Unser Zimmer
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Restaurant-Interieur
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Auch das Abendmenü ist ästhetisch hergerichtet
und ist so schmackhaft, wie es in einem
so kleinen und unscheinbaren Ort und in einem
einfachen Dorfgasthaus kaum zu erwarten ist.
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Entenbraten mit grünen
Bohnen und Kartoffelplätzchen
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