2. Tag: Von Montréal nach St-Hilaire


Sonntag, 26.08.2007
Weiter geht es nach Carcassonne. So früh am Morgen hat der Sonntagsverkehr noch nicht eingesetzt, wir können die Hauptstraße nehmen.

Carcassonne ist eine der schönsten Festungsstädte der Welt. Das ist bekannt. Man weiß in der Regel aber nicht, dass auch die neueren Stadtteile von Carcassonne - übrigens auch alt genug - sehenswert sind. Wir finden den zentralen Place Carnot fast zufällig, in dem wir uns eine Gelegenheit zum Frühstücken suchen. Der viereckige Platz mit dem Neptunbrunnen ist in den Morgenstunden noch etwas verschlafen. Wir trinken unseren Kaffee und schauen zu, wie die Stadt erwacht.

Place Carnot, Carcassonne

So gekräftigt erklimmen wir zu der Festungsstadt hoch. Die Altstadt - das Cité - mit den doppelten Ringmauern und zahlreichen Wehrtürmen erscheint im hellen Sonnenlicht wie aus einem alten Märchen, wie Mittelalter pur, fast irreal. Sie steht frei, nicht zugebaut, und zeigt sich in alter Pracht und Stärke.

Inzwischen ist es elf Uhr, das Cité ist von Touristen überflutet. Eine längere Besichtigung würde von uns mehr Geduld verlangen, als wir im Moment bereit sind aufzubringen. Da wir Carcassonne in der Vergangenheit schon öfters besucht haben, machen wir diesmal nur einen kurzen Spaziergang und danach fahren wir weiter.

Es ist ungewöhnlich warm geworden, ja richtig heiß. Das Thermometer zeigt 33 Grad. Die Strasse nach Süden am Fluss Aude entlang steigt nur wenig, dafür aber die Temperatur. Irgendwann Mal reicht es uns, wir brauchen eine Pause. Da wir keinen geeigneteren Ruheplatz finden, breiten wir eine Plastikplane auf einem staubigen Parkplatz aus. Es dauert keine fünf Minuten, und wir schlafen wie die Murmeltiere.

Der Rest bis St-Hilaire ist eine lockere Übung. Wir nehmen ein B&B-Zimmer. Der Wirt in der alten Villa scheint von dem hiesigen guten Wein etwas über den Durst genossen zu haben, aber das Zimmer ist sehr schön und auch wir bekommen zur Begrüßung ein Gläschen Weißwein. Und grundsätzlich haben wir ja nichts gegen Alkohol!

Unser Gasthaus in St-Hilaire

Das alte Kloster in St-Hilaire hat einen frei zugänglichen Kreuzgang, aber die Kirche und die Innenräume sind schon zu, die können wir erst morgen besichtigen.

Abendessen bekommen wir in einem einfachen Lokal um die Ecke. Es gibt nur ein Menü: Salat, Ente mit Beilage, Dessert, Käse, Kaffee und Wein, alles recht gut und für erstaunlichen 12 Euro.

Da es morgen genau so heiß werden soll wie heute, wollen wir morgen einen kleineren Rundfahrt südlich von hier machen, kurz und ohne Gepäck.