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5. Tag Von Casale Monferrato nach Pieve del Cairo
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Dienstag, am 24.04.2001
Endlich! Die Sonne scheint! Obwohl die Morgenluft noch recht kühl ist, verspüren wir bei einem solchen Tagesanfang große Lust zu radeln, schauen, das Leben zu genießen.
Nach einigen Irrwegen finden wir die schmale Ausfallstraße, die uns nach Frassineto Po führt. Es ist immer wieder erstaunlich, dass in Italien auch solche kleine Dörfer, die in keinem Reiseführer besondere Erwähnung finden, so viele sehenswerte historische Bauten innehaben. Auch in Frassineto werden wir von einigen herrschaftlichen Palästen und Kirchen überrascht.
Die Menschen, denen wir am Wegerand begegnen, sind ausnahmslos freundlich und hilfsbereit. Wenn wir
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jemanden nach der Befahrbarkeit eines unbekannten Weges fragen, dann ist es mit einer einfachen Antwort lange nicht getan! Woher? Wohin? Wie weit? Wie lange? Oft erzählen sie dann über sich selbst und über das Dorf, wo sie leben, und natürlich über den normalerweise kaum sichtbaren, aber allgegenwärtigen Fluss Po, der hier schon Stromstärke hat.
Wir radeln wieder ein Stück auf dem Deich. Es ist ein guter Schotterweg, weit von allem Verkehr und Hektik. Links, irgendwo hinter dem Pappelwald, fließt der träge gewordene Po. Später, als das Wasser beim Suchen nach seinem Bett dem Deich näher kommt, können wir den Fluss sogar sehen und bestaunen.
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An manchen Stellen stehen alte Fischerhütten am Ufer, wegen dem häufigen Hochwasser viele auf Stelzen. Allerdings werden diese Hütten nunmehr eher als Wochenendhäuser genutzt.
Beim Pomaro Monferrato, wo ein von Weitem sichtbarer mächtiger Castel den Hügel ziert, wechseln wir wieder auf die stark befahrene Landstraße und machen einen Umweg, um die Stadt Valenza zu besuchen.
Um es kurz zu machen: Valenza enttäuscht uns. Die angepriesenen Sehenswürdigkeiten sind entweder gar nicht so sehenswert, oder sind wegen Renovierung gerade
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geschlossen. Wir fahren zu der alten vielbögigen Ziegelsteinbrücke Ponte di Valenza zurück und wechseln die Flussseite.
An dem jenseitigen Ufer befinden sich das Zentrale und die Informationsstelle des Flussnaturpark Po. Von hier aus kann man verschiedene geführte Ausflüge zu den mit zahlreichen Vogelarten besiedelten flussnahen Schutzgebiete machen. Wir lassen uns mit Informationsmaterial versorgen und dabei erhalten wir für eine geringe Schutzgebühr auch recht brauchbare Fahrradkarten, allerdings nur für die hinter uns liegenden zwei Tagesstrecken, etwa von Crescentino bis hierher.
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In Frascarolo stehen wir wieder völlig unerwartet vor einem wunderbar renovierten, mit Zinnen und Basteien verzierten Castello aus rotem Backstein. Kein Hinweisschild, keine Beschreibung, nicht Mal ein kleiner Wink, nur einfach so!
Auch am unseren Tagesziel, in Pieve del Cairo, erwartet uns eine mächtige Burg, das Castello Beccaria. Angefangen im 13. Jahrhundert, hat die Festung die gesamte Provinz beherrscht. In den nachfolgenden Zeiten wurde sie allmählich in einem prächtigen Wohnsitz der
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Familie Guasco di Casteletto di Alessandria umwandelt. Von der ehemaligen Herrlichkeit der heute in Teilen ruinösen Anlage zeugt die enorme Größe und manches Detail, wie das wehrhafte Eingangstor oder der barocke Neptunbrunnen.
Die ein wenig provinziell anmutende nach norden führende Ausfallstraße wird von einem unpassend prächtigen Triumphbogen abgeriegelt. Im Jahre 1599 hat Margherita d’Austria auf der Durchreise zu ihrem zukünftigen Gemahl Philipp III. von Spanien in Pieve del Cairo übernachtet. Für die Begrüßung wurde am Eingang der Stadt ein Bogen aus Grünzeug und Blumen errichtet. Später wurde auf der gleichen Stelle ein Monument gebaut, das auf dieses Ereignis erinnert. Aus dem Fenster des Zimmers, die wir für die Nacht nehmen, können wir es bewundern: Das Arco steht vor unserem Haus.
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