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Castel del Monte |
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| Freitag, den 12.05.2006 Morgen beginnt unsere große Apulienrundfahrt. Ich hoffe, dass ich dieses große später nicht in Aufführungszeichen setzen muss. Ich habe nämlich vor fünfeinhalb Monaten ein neues Knie bekommen, eins aus Stahl und Kunststoff, mit dem ich bis jetzt nur kleinere Probefahrten gemacht habe. Apulien soll nicht zu bergig und im Mai schon schön warm sein, so ist es vielleicht für unsere erste längere Radreise in diesem Sommer bestens geeignet. |
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Castel del Monte
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Bauernhof, etwa fünf Kilometer südwestlich dieses Castels, einquartierten. Der große Hof ist heute noch bewirtschaftet, sie haben, wie wir im Laufe des Abends erfahren, 480 Schafe und 40 Reitpferde. Das Geschäft ist weit gefächert, neben der Käserei und dem Reiterbetrieb wurden alte Wirtschaftsgebäude zu einem riesigen Ristorante mit 280 Plätzen ausgebaut. |
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Das Abendessen wurde auf 19 Uhr angekündigt. Obwohl noch weitere vier Gäste aus Südtirol eingetroffen sind, sitzen wir zu sechst wie verloren unter den himmelhohen Natursteingewölben. Hier in der Gegend haben viele Bauernhöfe solche burgartige gewölbte Monumentalbauten. Vielleicht waren es früher Scheunen für Heu, oder ähnliches. Unsere Wirtsleute meinen, die sind Stallungen gewesen. Vielleicht für Giraffen? |
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Wie der Abend voran schreitet und der Wein die Zungen löst und die Stimmung steigen lässt, werden die Gespräche lauter und die Erzählungen persönlicher. Die Wirtin erzählt uns, dass sie früher mit der Landwirtschaft nichts zu tun hatte, sie lebte in der Stadt, und die Familie war so arm, dass sie oft nichts zu essen hatte. Dann hat sie ihren jetzigen Mann kennen gelernt. Der war ein einfacher und armer Schafzüchter, der zwar die Weide und die Schafe besaß, aber das Betrieb hat kaum das Nötigste abgeworfen. Dann kam sie, die EU und der Tourismus, und nach dreißig Jahren harter Arbeit und Geschick haben sie jetzt vier erwachsene Kinder, den Hof, und ringsum das Land, soweit man schauen kann. Als Krönung dieser Erzählung holt sie ihren Mann aus der Küche, einen verlegen lächelnden, schwarzbärtigen, gutgewachsenen Mannsbild, der allerdings kaum ein Wort von sich gibt. Zum Abschluss des Abends zeigt uns die Wirtin noch einen Stein in der Steinmauer, an dem sie den Antlitz des in Süditalien hochverehrten, wundertätigen Heiligen Pater Pio zu erkennen glaubt. Wir bemühen uns krampfhaft irgend etwas zu erkennen, aber für uns bleibt der Stein nur ein Stein. |
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