Matera - Massafra

Dienstag, den 16.05.2006

Wir haben in dem Gemeinschaftsraum recht gut geschlafen. Es war allerdings nicht viel los, in dem großen, mit Zwischenwänden aufgeteilten Saal waren nur fünf Betten besetzt.

Zwischen Matera und Castellaneta
Das Wetter ist sonnig, könnte eigentlich nicht besser sein. Die heutige Strecke ist relativ flach und nicht besonders aufregend. Von Matera bis Castellaneta gibt es nur Getreidefelder und Wiesen, kein Dorf, kein Mensch, kein Vieh, die meisten der seltenen Landhäuser verlassen, sie sind nur noch zerpflückte Ruinen. Es ist eine auffallend leere Gegend, nicht Mal eine Kapelle oder Kruzifix lockert die Eintönigkeit. Gasthaus oder Bar: Fehlanzeige. 30 - 40 Kilometer lang bekommt man nicht einmal einen Schluck Wasser.

Erst in Castellaneta werden wir erlöst, wo wir in einem Supermarkt Essbares bekommen, das wir in dem Stadtpark genüsslich verzehren. Castellaneta ist eine hübsche Stadt mit einem besonderen Bewandtnis: 1895 hat hier Rodolfo d'Antonguolla das Licht der Welt erblickt, der später unter dem Künstlernamen Rodolfo Valentino in Hollywood Weltstar wurde. Man kann in Castellaneta sein Geburtshaus und ein Valentino-Denkmal besichtigen.

Rodolfo-Valentino-Denkmal in Castellaneta

Wir fahren weiter nach Palagiano, wo auf den Feldern jeder Quadratmeter mit Wein und Orangen bepflanzt ist. Es ist Orangenblüte-Zeit. Die Luft ist so intensiv mit dem süßen Duft der Blüten gesättigt, dass uns davon schwindlig wird.

Massafra
In Massafra kommen wir wieder in der Mittagszeit an. Es ist glühend heiß, und auch diese Stadt liegt auf einer Anhöhe. Die in die Stadtmitte hochführende Gasse ist so abartig steil, dass wir nur schiebend hochkommen. Dort oben finden wir wieder diese uns inzwischen vertraute frühnachmittägliche Verschlafenheit vor. In Massafra sind auch einige berühmte Grottenkirchen, aber jetzt ist alles geschlossen, das Touristenbüro unbesetzt, die Gassen wie ausgestorben, nur einige junge Burschen sausen ab und zu mal mit ihren krachenden Rollern an uns vorbei. Wir sind verschwitzt und durstig, so suchen wir eine Unterkunft.
Massafra
Das Haus Masseria San Oronzo liegt am Rande der Neustadt, das alte Landgut ist umgebaut und modernisiert. Unser Zimmer befindet sich in dem alten Teil. Es ist ein großer Raum mit meterdicken Mauern und schwerem Gewölbe, allerdings ohne Tageslicht. Diese Höhlenartigkeit ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber wir lassen uns nicht daran stören. Wir sind ziemlich müde, den Nachmittag verschlafen wir, und nach dem guten Abendessen in dem hauseigenen Ristorante schlafen wir weiter.

Masseria San Oronzo in Massafra