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Morgen fliegen wir nach Florida. Es ist schon alles gepackt, jetzt warten wir nur darauf, dass die letzten 24 Stunden bis zum Start vergehen. Warum Florida? Nun, Suzanne hat dort in Palm Coast eine alte Tante, die letzte lebende Verwandte aus der Generation ihrer Eltern, die sie schon seit Jahren besuchen möchte. Viel Zeit kann sie mit dem Besuch nicht mehr lassen, Tante Mary soll zwar noch recht rüstig sein, aber mit 90 Lenzen ist sowas relativ. Und wenn wir schon in Florida sind, wollen wir dort ein wenig das Land anschauen. Wir haben dafür - Rentner haben Zeit - immerhin etwa vier Wochen geplant. Da wir uns mehr für Naturparks als für Disney World interessieren, nehmen wir Campingausrüstung mit und versuchen, so oft es geht und das Wetter es erlaubt, im Zelt zu übernachten. Der Wetterbericht sagt für die Ostküste Schneechaos voraus, aber die Ostküste ist lang. Wärmer als in München wird es dort allemal: Hier gibt es seit zwei Wochen nur Frost und Schnee. |
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Sonntag, den 01.02.2004 |
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Die Morgennachrichten teilen uns mit, dass mehrere USA-Flüge wegen Terrorwarnung abgesagt wurden. Gestern hat unsere achtjährige Enkelin uns gebeten, nicht in die USA zu fliegen. Auch Suzanne sagt, dass ihr gar nicht danach ist, heute ins Flugzeug zu steigen. Ich bin bestimmt nicht abergläubisch, aber auch ich kann mir kaum die dunklen Gedanken erwehren. Verrückt, wie dieses Terroristenmist sich schon in unserer Privatsphäre eingenistet hat. Die Sicherheitsvorkehrungen am Flughafen sind diesmal streng und langwierig, wir haben schon bei dem Abflug fast zwei Stunden Verspätung. Der Flug über den großenteils wolkenbedeckten Atlantik ist lang und eintönig. In Philadelphia müssen wir umsteigen und in die USA einchecken. Der Einwanderungsbeamte stutzt sich über den amerikanischen Geburtsort von Suzanne und fragt nach dem Verbleib ihrer amerikanischen Staatsangehörigkeit. Als er hört, dass sie die gegen die deutsche eingetauscht hat, fordert er sie auf zu schwören, dass ihre Aussage richtig ist. Ich bin etwas überrascht und denke in einem falschen Film gelandet zu sein, aber Suzanne hebt, ohne zu zögern, die rechte Hand und schwört. Einmal Amerikanerin, immer Amerikanerin. Auf dem kurzen Weiterflug nach Orlando gibt es keine kostenlose Verpflegung, wir nehmen für 5 $ einen Truthahnsandwich. Man bekommt einen Karton, fast so groß wie ein Schuhkarton. Darin versteckt sich der besagte Sandwich, eine Mini-mini-Semmel. Der restliche Raum ist ausgefüllt mit Warenmuster von Kartoffelchips, Rosinen, Salzgebäck, Kuchen, Nüsse, immer nur 30-50 Gramm, aber solche Mengen, dass wir für die nächsten Tage mit Knabberzeug reich versorgt sind. Der Wagen, den wir aus München gemietet haben und hier jetzt bekommen, ist ein tolles Gerät mit 4 Türen, großem Kofferraum, Automatik, Klimaanlage. Es ist ein "Saturn Ion" von GM. Draußen sehen wir die ersten Palmen auf dem nassen Vorplatz. Es regnet ein wenig, aber die Luft ist angenehm mild, ich schätze so um 20oC. Das vorbestellte Hotelzimmer finden wir schnell. Das Zimmer ist dieser amerikanischer Standard, sehr geräumig und überaus funktionell mit Bad, zwei Doppelbetten, Kaffeekocher, TV. Leider ist das Endspiel der diesjährigen American-Football-Meisterschaft, der Superbowl eben zu Ende gegangen. Ich hätte es sehr gerne angeschaut. |
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