|
Von Orlando nach Palm Coast
|
|
|
|
|
 |
|
Ein ganze Lastzug voll mit Orangen
|
|
|
 |
|
Zwar schliefen wir gut, aber um 5 Uhr sind wir wach und munter. Zuhause ist jetzt schon 11 Uhr am Vormittag.
Das Frühstücksbüffet im Hotel ist überwältigend. Man kann sich sogar frischen Waffeln selbst zubereiten. Viele der Produkte sind kalorienreduziert oder Bio, auch hier zeigt sich die Gesundheitswelle. Trotzdem sind viele Menschen - wie uns schon gestern bei der Ankunft und auch hier im Frühstückraum auffällt - übergewichtig. "Light" in rauen Mengen konsumiert macht ja auch fett.
Wir verlassen das Hotel und nehmen das Highway nach Norden. Das Wetter ist mild, aber so diesig, dass man kaum 100 Meter weit sehen kann. So können wir auch die nahe Umgebung vorerst nur ahnen. Am Rand der Autobahn zieht sich ein fremdartige verfilzte Knüppelwald entlang, am Boden mit niedrigen Stechpalmen, an den größeren Laubbäumen hängt wie Lametta Spanish Moss herunter. Der Verkehr ist mäßig und ruhig, nur in der Nähe der größeren Städte ist etwas lebhafter.
|
|
Ab Daytona ändert sich das Wetter in eine Art, die ich so nicht kenne. Der Nebel verzieht sich, es wird sonnig warm, also richtig sommerlich, aber es regnet! Ich kann nicht Mal die Wolken sehen, wo die Schauer herkommen.
Wir sind in Palm Coast angekommen. Suzanne hat mit ihrer Tante verabredet, dass sie uns von einer bestimmten Kreuzung abholt. Wir suchen diese Kreuzung über eine Stunde. Nicht, dass wir allgemein so bescheuert wären, irgendwo eine Straßenecke nicht finden zu können, aber hier sind alle diese in Netzform angelegten geraden Straßen gleich. Auch diese typische lockere Bebauung, wo ein Supermarkt, ein Gesundheitszentrum und eine Bank völlig identisch aussehen, erleichtert die Orientierung nur wenig. Die Straßen sind manchmal nummeriert, manchmal haben sie einen Namen. Eine und dieselbe Straße hat oft eine Nummer, später heißt sie plötzlich anders. Eben war es noch das 15. Street, hundert Meter weiter ist es das Narcoosee Road.
Endlich finden wir den Treffpunkt, wir telefonieren und warten auf die Tante. In der nähe ist ein Fastfood-Lokal von "Kentucky Fried Chicken", dort trinken wir eine Cola. An der Kasse bekommt man nicht das Getränk, sondern nur einne leeren Pappbecher, den man bei einem Automat füllen und so oft nachfüllen kann, wie man es will. Das Zeug schmeck penetrant nach Chlor.
Die Tante ist eine zwar gekrümmte, aber sehr aparte braungebräunte kleine Dame, die fast jugendlich aus ihrem Wagen steigt. Ich habe mich vorher noch gefragt, ob jemand mit 90 noch fahren kann. Jetzt frage ich nicht mehr: Sie kann es bestimmt. Daneben der Onkel, ein recht sympathische Herr, etwa 15 Jahre jünger, aber irgendwie passen die beiden gut zueinander.
Die wohnen etwas außerhalb, wobei dies hier relativ zu sehen ist. Was ist schon innerhalb? Wo ist hier ein Zentrum? Schwer zu sagen. Vielleicht die Tankstelle? Oder der McDonalds?
|
 |
|
Das Wohngebiet, wo unsere verwandten ihr Haus haben, wurde von dem Sumpf abgetrotzt. Die geschwungene Straßen wurden am Reißbrett geplant, die Häuser - hier eher Villen in recht gediegener Ausführung - sind wie ich mir "amerikanisch" vorstelle, mit gepflegtem Vorgarten, manchmal mit Bootliegeplatz und mit dicken Carrossen vor der Haustür. Und fast überall wehen die unentbehrlichen Nationalfahnen.
|
|
Aus der Reihe dieser Häuser ragt das Haus von Onkel John und Tante Mary gerade heraus. Schon äußerlich ist es eine Wucht mit säulengetragenen Auffahrt. Innen bietet es eine riesige Wohnfläche, die mit erlesenen Möbeln eingerichtet ist. Hinter dem Wohnzimmer befindet sich eine Art Wintergarten mit Sitzecke, dahinter das mit Moskitonetz umfasste Swimmingpool mit freiem Sicht auf unberührte Sumpflandschaft. Seitlich von dem Haus ist ein recht weitläufiger Garten voll mit Zitrusbäumen, die jetzt alle Früchte tragen. Grapefruit oder Orange, es sind nur zehn Schritte vom Baum bis zur Küche. Und in München schneit es!
Den übrigen Tag werden familiäre Informationen getauscht, Bilder gezeigt, dann kommen die alte Geschichten, Erinnerungen.
Am Abend besuchen wir ein portugiesisches Restaurant. Wie weit die angebotene Gerichte portugiesisch sind, weiß ich nicht, in Portugal selbst habe ich andere Dinge gegessen. Aber wie auch immer, die Fischplatte, ob italienisch, amerikanisch, spanisch oder portugiesisch, ist sehr gut allemal.
|
|
|
Briefkasten in Palm Coast
|
|
|
|