Wekiwa Springs - Blue Spring - Wekiwa Springs

Mittwoch, den 11.02.2004

Es sind um uns so viele Eichhörnchen, wie anderswo Mücken. Wenn wir sie nicht energisch genug verscheuchen, dann springen sie auf den Tisch und stibitzen uns das Essen weg. Etwas Essbares liegen lassen darf man sowieso nicht, es sind nämlich nicht nur die Eichkatzen und Waschbären, die nur darauf warten. Es sollen gerade hier um uns auch Schwarzbären wohnen.

Heute fahren wir zu dem nördlich von uns liegenden Blue Spring State Park, wo die berühmte Seekühe, die Manaties in dem lauwarmen Quellwasser zu überwintern pflegen. Nach Zählungen sollen in Florida noch etwa 2000 Exemplare leben, von denen etwa 80 im Winter sich in dem Wekiwa-Quellfluss aufhalten. Mal sehen, ob wir welche dort antreffen.

Der Park ist gut besucht, viele Rentner und noch mehr Schulkinder, die einen Geräuschpegel erzeugen, dass, wenn hier je ein Manati sich zeigte, der längst die Flucht ergriffen hätte.

Von der Quelle führt ein Abfluss zu St. Johns River, begleitet von einem Ufersteg und Aussichtsplatformen. Zu sehen sind viele große Fische, Welse, Salmen und Hechte, und ringsum dieser herrliche sumpfige Wald mit Eichen, Palmen und Kiefern. Dann sagt uns jemand, dass nahe der Flussmündung eben mehrere Manaties gesichtet wurden. Ich kann es mir zwar kaum vorstellen, aber wir gesellen uns zu den anderen Menschen, die zu der besagten Stelle eilen. Und tatsächlich: In dem kristallklaren Wasser sind mehrere Tiere zu sehen, die ohne sich stören zu lassen langsam herum schwimmen. Sie müssen entweder taub sein, oder aber sie haben sich an den Rummel gewöhnt. Jedenfalls sind sie da, und sie strahlen Ruhe und Gelassenheit aus. Kein Wunder, dass die bis zu 3 Meter große Tiere bei den Betrachtern auf große Liebe stoßen. Sie sind als Andenken in jeder Form und Größe angeboten und diese Gegenstände werden offensichtlich auch gekauft.

Anschließend setzen wir uns auf eine Bank und schauen den Besuchern zu. Schön ist zu sehen, dass die Kinder heute sichtbar weniger unter Rassentrennung leiden müssen, als das noch bei ihren Großeltern der Fall war. Auch ist es offensichtlich, dass sie hier noch nach Werten erzogen werden, die bei uns aus der Mode gekommen sind. Die größeren Kinder kümmern sich um den kleineren, Streitereien werden von Dritten nicht angefacht,sondern geebnet, den schwächeren wird geholfen. Ich weiß natürlich nicht, ob es hier immer und überall so ist, aber heute vormittag und hier ist es so, und das gefällt mir.


Eigentlich wollten wir wieder Mal Kanu fahren, aber das Wetter ist noch immer grau und kühl. So fahren wir zurück zu Wekiwa Springs.

Abends laufen wir noch einmal um den kleinen Sand Lake, wo Alligatoren leben sollen. Wir sehen zwar keinen, aber Spuren im Sand, die offensichtlich von diesen Echsen stammen. Da es schon dämmert und wir völlig allein sind, ist uns die ganze Unternehmung nicht ganz geheuer. Die Erinnerung an unseren Abenteuer an dem Juniper Creek sitzt uns noch in den Knochen.