Florida Keys - Florida City

Donnerstag, den 19.02.2004

Wir packen unsere Sachen und fahren auf dem selben Weg zum Festland zurück, wo wir vor drei Tagen gekommen sind. Es ist schon wahr: Beim Sonnenschein sieht alles viel schöner aus als beim Regen.

Unterwegs kaufen wir uns in einem Supermarkt einen Kühlbox aus Styropor. Hier kann man praktisch in jedem Laden oder Tankstelle in Plastiksack abgepackt Würfeleis kaufen. Da es in den Parks, wo wir übernachten, oft nichts zu kaufen gibt, können wir so Wurst, Käse und was auch immer unterwegs auf Vorrat besorgen.

Am frühen Nachmittag suchen wir ein Camp in Florida City. Es ist ein Platz für Wohnmobile, aber wir dürfen unser Zelt im Vorgarten neben der Rezeption aufschlagen. Nach dem wir uns eingerichtet haben, fahren wir zu der nahen Ostküste zu Biscane National Park. Hier vor der Küste befindet sich der drittgrößte Korallenriff der Welt. Bei dem Visitors Center besteht die Möglichkeit, Kajak zu mieten, an einem geführten Schnorchelausflug teilzunehmen oder mit einem Glasbodenschiff die Korallen zu besuchen. Heute jedoch nicht. Durch den starken Wind der vergangenen Tage hat sich eine Dünung aufgebaut, bei hohen Wellen ist der Riff zu gefählich. So müssen wir uns mit den gezeigten Filmen begnügen. Einer der Filme zeigt die Verwüstungen, die der Hurrikan Andrew 1992 hier verursacht hat. Dieser größte Hurrikan des 20. Jahrhunderts ist genau hier auf das Festland gekommen und hat nicht nur
dieses Besucherzentrum weggefegt, sonder auch den Riff weitgehend zerstört so, dass es noch Jahrzehnte dauern wird, bis der alte Zustand wieder entsteht.

Meine vor einigen Tagen gestellte Frage, nämlich was diese riesigen Mobilhomes in einem engen Camping in Florida suchen, und ob alle diese Menschen Millionäre sind, wurde von einem älteren Ehepaar, das neben uns zeltet, dahingehend beantwortet, dass in Amerika viele Menschen, wenn sie das Rentenalter erreichen, ihre bisherige Existenz auflösen, verkaufen Haus und Garten, stellen sich auf Achse und gurken je nach Jahreszeit von Süd nach Nord und von Nord nach Süd. Das, was sie hier haben, ist in der Regel tatsächlich der einzige Besitz dieser Menschen.