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Südliche Everglades, Flamingo
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Freitag, den 20.02.2004
Noch bevor es hell wird, höre ich eine Eule rufen. Es hört sich genauso an wie bei uns zu Hause.
Ich könnte mich gut an das hier übliche Frühstück gewöhnen, auch wenn ich befürchte, dass damit mein sowieso nicht geringes Gewicht sich sprunghaft vergrößern würde. Pancakes mit viel Sirup, Eier und Bacon, Toast mit Marmelade und Butter, Kaffee, dies alles am frühen Morgen, man wird dabei richtig wach.
Südwestlich von Florida City breitet sich der drittgrößte Naturpark der USA aus, der Everglades National Park. Das über 6000 Quadratkilometer große, vollkommen flache Gelände, das den ganzen Süden von Florida einnimmt, ist weitgehend naturbelassen, wobei vor 1947, also bevor es Everglades Naturpark wurde, auch hier viel gegen die Umwelt gesündigt wurde. Die Everglades sind als "ein Fluss aus Gras" einmalig auf der Welt. In etwa 80 Kilometer Breite sickert das etwa 30-50 Zentimeter tiefe Wasser mit einer Geschwindigkeit von ca.
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| 100 Meter am Tag aus dem Okeechobee See nach Süden zum Meer. Am Südrand, wo sich das Süsswasser mit dem Salzwasser vermischt, wachsen ausgedehnte Mangrovenwälder. Solche Ökosysteme bieten für Tiere einen idealen Lebensraum. Neben den besonders vielen Vögelarten sind die Alligatoren die bekanntesten Tiere, aber es sollen hier auch noch Salzwasser-Krokodile und Florida-Panther leben, wenn auch nicht besonders zahlreich. Die Wassermenge übrigens folgt den Jahreszeiten, dem nassen Sommer folgt ein trockener Winter. In dem riesigen Park gibt es nur eine ausgebaute Landstraße, der etwa 160 Kilometer lange Main Park Road von Florida City nach dem ehemaligen Fischerdorf Flamingo. Da wollen wir heute hinfahren. |
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Kaum, dass wir die letzten Häuser von Florida City hinter uns lassen, sind wir in den Everglades. Am Anfang ist es eine weitläufige, im Winter gelbbraune und trockene Grasfläche,die nur von einzelnen inselartigen Baumgruppen unterbrochen wird. Etwa 60 Kilometer vor Flamingo ist das Visitors Center, wo wir die Eintrittskarten und Informationsmaterial bekommen. Danach ändert sich die Vegetation, die Prärie wird von Wäldern verdrängt, von jungen Sumpfzypressen und Mangroven. Früher wuchsen hier alte Zypressen, aber sie wurden in den 40ern fast vollständig abgeholzt.
Zwischen dem Parkeingang und Flamingo sind zahlreiche Parkplätze, wo man Aussichtspunkte bzw. Beobachtungs-pfade findet. Oft sind es kleine Teiche, wo jetzt, in der trockenen Jahreszeit die Tiere sich versammeln und so
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| besonders gut beobachtet werden können. Wir sehen neben zahlreichen Wasservögeln endlich auch die berühmten Alligatoren, die meistens regungslos im Gras liegend ihren Rücken in der Sonne wärmen.
An einem Lehrpfad, der auf Holzstegen verläuft, können wir die drei Arten der hiesigen Mangroven kennen lernen. Die roten Mangroven stehen auf Stelzenwurzeln im Gezeitenwasser. Etwas höher, am feuchten aber festen Boden wachsen die schwarzen Mangroven, unter denen tausende fingerartige Wurzeln aus dem Boden sprießen. Und schließlich die weiße Mangrove, die auf festem Boden wächst. Leider lernen wir auf diesem Pfad auch die Mückenplage von Florida kennen. Diese Biester sind unter den Mangroven sogar im Winter potzmunter.
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Flamingo ist keiner attraktiver Ort, eine Tankstelle, ein Hotel, großer Parkplatz, Supermarket, dass war es auch schon. Interesant ist eher die Umgebung, wo man mit dem Boot ausgedehnte Wanderungen machen kann. Wir wollen keinen großen Ausflug machen, eher nur ein wenig herumpaddeln. So mieten wir einen Kanu und fahren zum Coot Bay, einem mit Mangroven umrandeten See, wobei wir unterwegs viele blühende Bromelien, Vögel und einige Schildkröten und Alligatoren zu sehen bekommen.
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