Myakka River State Park

Donnerstag, den 26.02.2004

Nachts regnet es weiter, wenn auch nicht mehr so heftig wie gestern. Das beruhigt uns. Bei dem Parkeigang gibt es eine kleine Ausstellung, wo Bilder zu sehen sind, die den Park nach einem Unwetter zeigen. Damals Stand das Wasser in den Waschräumen bis zur Waschbeckenkante.

Tiere scheinen an diesem Regenwetter Gefallen zufinden. Wir hören in der Nacht unmittelbar neben unserem Zelt ein ständiges Kommen und Gehen, grunzen von Wildschweinen und Plätscher von Waschbären. Morgen sehen wir die Spuren der nächtlichen Aktivitäten. In der Frühe ist der Himmel blau, die grauen Wolken haben

sich verzogen. Wir wollen heute uns von dem gestrigen Regentag erholen und uns ein wenig hier im Park umschauen. Dazu mieten wir uns Fahrräder und fahren zum nördlichen Parkausgang, sowie zu einigen anderen sehenswerten Ecken, die dieses vielseitige Naturreservat bietet. Nach dem Regen ist der Wald teilweise überflutet, die Wanderwege sind nicht überall begehbar, aber auch so ist viel zu sehen und zu bewundern. Besonders die vielen alten und mächtigen Eichen, die mit Efeu, Bromelien, Spanish Moss und Rotflechte bewachsen recht urig aussehen. Auch hier sind viele Tiere zu Hause, die großen Blaureier, Silberreier, Schlangenhals-Kormorane, die schon fast obligatorische Alligatoren und die für uns neue Schnapper-Schildkröten, die angeblich so starke Kiefermuskel haben, dass sie einem glatt die Finger abbeissen können. Schon recht äusserlich sind die große Biester furchterregend. (Weitere Bilder hier).

Am Nachmittag müssen wir mit unserem Zelt auf einen anderen Platz umziehen, der etwa 100 Meter weit liegt, da der Platz, wo wir sind, für jemand reserviert ist. Der Umzug hat das Vorteil, dass wir

unsere Nachbarn los sind. Heute früh, nachdem sie das Feuer wieder in Gang gekriegt haben, beschalten sie die Gegend mit lautem Jesus-Beat. "Haleluja, haleluja!!!" Sie sind im Übrigen ganz sympatische Leute, nur ein wenig anders als wir, und sie sind hier zu Hause, wir aber nur Gäste.

Ich kann es nur wiederholen: Die meisten Menschen sind sehr freundlich und gehen kaum aneinander vorbei ohne eine freunliche Bemerkung oder etwas Nettes zu sagen. Wir werden ständig von fremden Menschen ungefragt auf irgendetwas Interesantes und Sehenswertes aufmerksam gemacht. "Haben Sie schon die schönen roten Flächten auf diesem Baum gesehen?"

oder "Dreihundert Fuß von hier, da hinten, da liegt ein besonders großer Alligator, den sollten Sie sehen!"

Abend ist das Camp gerammelt voll. Es muss hier Schulferien geben, da besonders das Kindervolk stark vertreten ist. Die meisten Besucher sind aus der nahen Umgebung, die diesen Park mit Freunden und Familie zur Erholung besuchen. So herrscht bis in die späten Abendstunden eine ausgelassene laute Feiertagstimmung mit Musik, Lachsalven und Scharren von Kindern, die im Dunkeln mit Taschenlampe quietschvergnügt kreischend herum rennen.