Carmel Valley - Lost Hills

Freitag, den 04.03.2005

Wir wollen weiter an der Küste entlang. Nach den Beschreibungen ist dieser Küstenstrich, das Big Sur, besonders schön. Dazu müssten wir allerdings etwas sehen können. Es ist aber heute so scheußlich regnerisch und diesig, dass wir überlegen, ob wir überhaupt fahren sollen. Dieses Wetter kann nur besser werden, also weiter!



Es wird aber zunächst noch schlechter. Es regnet so heftig, dass an der Fahrbahn richtige Bächer entstehen, Die Sichtweite beträgt höchstens nur noch 25 Meter. Wir müssen das Tempo auf 30 km/Std drosseln. Eine nervige Geschichte ist das! An manchen Stellen sind Arbeiter dabei, das Geröll, das auf die Straße gespült wurde, weg zu räumen.

Je weiter wir nach Süden kommen, um so heller wird es. Auch der Regen lässt nach, und jetzt können wir sehen, dass die erwähnten Beschreibungen nich übertrieben sind: Es ist eine großartige, dramatische Steilküste.

Big Sur
Big Sur

Einen Höhepunkt bietet nördlich von San Simeon der Point Piedras Blancas. Es ist eine langgezogene, felsige Bucht unmittelbar neben der Landstraße, die für See-Elefanten als Geburtsstube gilt. Die kleinen Tiere werden im Januar zur Welt gebracht, etwa vier Wochen gestillt, wobei sie so rapide zunehmen, daß sie schon im März die Bucht mit den Erwachsenen verlassen können. Erst im November kehren sie hierher zurück, und der ganze Jahreskreis fängt von vorne an. Wir haben Glück, jetzt sind die Tiere noch da, und lassen sich von uns überhaupt nicht stören. Hier ist es wieder, dieses verrückte Nebeneinander von Mensch und Natur, die ich in Amerika so bewundere. Es sind hunderte von Kühen, dazwischen viele Halbwüchsige, und einige Bullen, die mit ihren 5 Meter Länge und riesigen Fettmassen dreimal so groß sind, wie die Kühe. Sie haben einen langen herunterhängenden Nasenwulst, die den Tieren ihren Namen gab.

Big Sur
Big Sur

Wie die Sonne allmählich herauskommt und die grasbewachsenen Hügel bestrahlt, fangen sie an in einem fast unnatürlichen Grün zu leuchten. Ich kann mich nicht erinnern, ein so intensives Pflanzengrün schon Mal gesehen zu haben.

Nach Cambria verlassen wir die Küste. Wir wollen nach Death Valley. Die Sraße steigt in die Berge des Santa Lucia Range. Es ist eine wunderbare Landschaft mit gleichmäßigen Riesenhügeln, die aussehen wie künstlich angelegte Sandhaufen, die man mit grünem Filz bezogen hat.

Um Passo Robles öffnet sich das Land. Hier wird Wein angebaut, und wo Wein wächst, erscheint in der Regel alles geordnet und aufgeräumt. So auch hier.



Zwischen Camria und Passo Robles
Nach Passo Robles

Dann folgen unendlich lange gerade Straßenstücke, wie man es von Bildern kennt, die amerikanische Highways zeigen. Es gibt kaum Verkehr, wie fahren praktisch allein. Ich mache mich mit dem Tempomat vertraut. Eine feine Sache!

Erst in der Dämmerung und kurz vor dem Ausbruch eines Gewitters suchen wir ein Camping in Lost Hills. Es ist keine Ortschaft sondern eine ziemlich chaotische Ansammlung von Tankstellen, Geschäften, Lagerhäusern und Motels an einer Straßenkreuzung. Auch der Campingplatz ist hässlich, voll Schlamm, aber was soll's, wir wollen hier nur schlafen, nicht heimisch werden. Und es regnet schon wieder heftig. Aber mit so einem mobilen Bungalow, wie dem unseren, durch das Land zu fahren, ist eine gut Lösung. Sonst würde dieses Wetter uns langsam verrückt machen.


Camping in Lost Hills