Death Valley - Las Vegas

Montag, am 07.03.2005

Der Morgen ist seidig mild, die Luft ist klar, die Farben leuchten und die langen Morgenschatten haben Konturen wie ein Scherenschnitt.








Nach dem Frühstück fahren wir weiter nach Süden und kommen nach einigen Kilometern zum Seitental Golden Canyon. Wir laufen in diesem engen Wadi bis zum Ende, wo eine himmelshohe rote Felsformation, die Red Cathedral, das Tal abschließt. Die stark verwitterten gelben Wände leuchten in dem Sonnenlicht, als ob sie tatsächlich aus purem Gold wären.

Die nächste sehenswerte Ecke, der Rundweg Artists Drive, ist gesperrt. Auch dort gab es Überflutung und das Geröll ist noch nicht weggeräumt.

Golden Canyon
Der Weg zum Devil's Golf Course




Devil's Golf Course: die Namensgeber haben Humor gehabt. Hier hat sich das Salz zu großen Klumpen kristalisiert. Die Gegend sieht wie grob geflügter Acker aus, für Golfspielen wenig geeignet.

Badwater ist die tiefste Stelle der USA, nämlich 284 Fuß - das sind fast 300 Meter - unter der Meereshöhe. Hier gibt es noch Wasser im See, jetzt nach den Regenfällen sogar etwas mehr als gewöhnlich, allerdings ist es, wie der Name schon sagt, eher eine Salzlake, ohne jegliches Leben. Hoch oben an der Felswand ist ein Schild angebracht, das das Meeresniveau anzeigt. Ein merkwürdiges Gefühl.

Ein Witzbold hat sein Kajak mitgebracht und paddelt munter herum. Nicht jeder kann später davon erzählen, im Death Valley Wassersport betrieben zu haben.

Badwater, Death Valley

Badwater, Death Valley

Death Valley

Beim Ashford Mill, wo nur einige wenige Mauerreste zu sehen sind, sind die Felder und Hänge üppig mit Blumen bedeckt. Auch die Wüstenbüsche, die Creosothen haben ihre Blütezeit. Die gelben Blümchen sind kaum bemerkbar, aber sie haben einen lieblichen, betörenden Duft.

Creosothenbusch, Death Valley

Ein Parkranger, den wir treffen, erzählt uns, dass der Blumenpracht dieses Frühlings eine Folge des besonders feuchten Winters ist, und in dieser Intensität kommt es nur einmal in zwanzig Jahren vor. Glück muss man haben.

Death Valley

Wir verlassen Death Valley. Der südliche Ausgang ist etwas niedriger, knapp über 1000 Meter, und viel undramatischer als die Berge, die wir bei der Einfahrt zu Death Valley passierten. Manche der nackten Berghänge gleichen einem Lehrbuch der Geologie. Sie zeigen, wie Felsenschichten in Jahrmillionen von tektonischen Kräften zu Wellen zusammengeschoben wurden.

Nopah Range

Auch die Pfanzen sind hier anders als in dem Tal. Auffallend sind beispielsweise die ballartigen Gebilden von einem stacheligen Büschlein, die jetzt goldgelb blüht. Es sind aber keine herkömmlichen Blüten, sondern ein Netz von dünnen, fadenartigen Trieben, die die ganze Pflanze bedecken.

Nopah Range

Wir passieren die Grenze zur Nevada. Die hohe Berge der Spring Montains begrüßen uns, wie der Name von Nevada besagt, "schneebedeckt".

Pahrump

Die erste Siedlung in Nevada, die wir erreichen, ist Pahrump, ein merkwürdiger Ort. Im Zentrum ist es kirmesartig bunt, ein Spielcasino neben dem anderen, Motels, Supermärkte, aber davor und danach sind kilometerweit nur schäbige Hütten und Wohnwagencamps zu sehen.

Es folgt eine feine Autobahn bis Las Vegas, und bevor wir uns richtig orientieren können, stecken wir schon in dem Stadtverkehr. Dann geht es aber recht einfach weiter, wir finden am Süden des Las Vegas Boulevard ein Camping. Das Wohnmobilcamp "Oasis" ist das beste ihrer Art, was wir je gesehen haben. Die Empfangshalle ist mit griechischen Statuen und Springbrunnen dekoriert. Es gibt hier alles, was ein Camper braucht, wie Wäscherei, Schwimmbecken, Golfplatz, Gastankstelle, Shuttlebus in die Stadt, Palmen mit Lichtschlangen... Die 37 $ für die Nacht sind recht gut angelegt.

Camping "Oasis", Las Vegas

Unser Fahrzeug, den wir am Anfang als riesig empfunden haben, ist hier im Camp einer der Allerkleinsten. Gängig sind große Sattelschlepper. Sie können zusätzlich seitlich hydraulisch ausgefahren, verbreitert werden. Diese Fahrzeuge haben immer als Standardzubehör einen Pkw dabei, die unterwegs an einem Anhänger mitgeschleppt wird. Viele dieser Zusatzwagen sind große Vans, Geländefahrzeuge oder Oldtimer, also auch etwas Besonderes.

Camping in Las Vegas
Camping in Las Vegas