Tombstone - Organ Pipe Cactus National Monument

Samstag, den 19.03.2005

Graues, kühles, trauriges Wetter; es passt gut zu einem Besuch auf dem Boothill, auf dem alten Friedhof von Tombstone. Leider sind es keine alten Grabsteine, die man zu sehen bekommt, sondern nur rekonstruierte Gräber, wo auf nachgemachten Holztäfeln manchmal witzige Beschriftungen zu lesen sind.

Wir fahren zurück nach Tucson, daran vorbei, und weiter nach Westen. Obwohl die Siedlungen fehlen, ist der Verkehr außergewöhnlich groß. Auch hier gibt es nur Wüste, die von zwei Pflanzen dominiert ist: von gelb blühenden Creosothebüschen und von Teddybear cholla, eine Kakteenart.

Links erscheinen die hohen Berge von Kitt Peak, wo auf dem Gipfel der weit sichtbare silberne Kuppel der größten Sternwarte der Welt sich befindet. Sie besitzt 19 Teleskope, von dem die Größte - laut Lonely Planet - einen Durchmesser von vier Metern hat, und 19 Stockwerke hoch ist.

Kitt Peak

Merkwürdig: Am Straßenrand sehen wir viele geschmückte Steine und Kreuze, auf denen Namen mit Geburt- und Todesdatum zu lesen sind. Erst dachte ich, dass diese die üblichen Unfalldenkmäler sind, aber es werden immer mehr, so dass ich nicht glaube, dass hier an der Straße so viele Menschen gestorben sind. Ob diese Objekte private Denkmäler sind, oder vielleicht hier tatsächlich die Asche der Toten verstreut wurde, weiß ich nicht.

Wir hören nicht auf, über die üppige Vegetation zu staunen! Zu den bisherigen Pflanzen gesellen sich weitere, nämlich California poppies und Lupinen, die allerdings kleiner sind als unsere in Deutschland. Neu ist auch das palo verde, das keine Blätter, aber grüne, chlorophylhaltige Zweige hat. Und nach wie vor jede Menge creosote, Saguaros und Chollas, alles voll in Kraft und Saft!

In Why, kaum ein Ortschaft, eher eine Straßenabzweigung, fahren wir nach Süden zum Organ Pipe Cactus National Monument, wo die größte Ansammlung von den verschiedenen Kakteensorten zu finden ist. Der Park ist nach dem Orgelpfeifenkaktus genannt und grenzt an Mexico. Bis dahin fahren wir an mehreren Straßenkonntrollpunkten vorbei. Wir gehen als Amerikaner durch und müssen nicht mal unsere Ausweise zeigen.

Vor dem Visitors Center ist ein Gedenkstein zu sehen, der an einem jungen Parkranger erinnert, der vor drei Jahren von mexicanischen Drogenschmugglern erschossen wurde.

Mitten in diesem Naturschutzgebiet ist ein großzügig angelegtes Camping in märchenhaft schöner Umgebung. Es ist ein besonderes Erlebnis für uns, hier campen zu dürfen. Mehrere Rundpfade machen es möglich, an diesem paradiesischen Terrain längere und kürzere Spaziergänge zu machen. Auch wir machen einen etwa 5 Kilometer langen Rundgang. Mehr geht leider nicht: Mein Kreuz schmerzt heute wieder mehr.

Campground in Organ Pipe Cactus National Monument
Organ Pipe Cactus National Monument
Organ Pipe Cactus National Monument
Organ Pipe Cactus National Monument