Organ Pipe Cactus National Monument - Live Oak Springs

Sonntag, den 20.03.2005

Nachts hat es etwas geregnet, was hier ziemlich selten vorkommt.
Wir fahren auf dem selben Weg, wie wir gestern gekommen sind, nach Why zurück. Dabei kommen wir wieder an einer Straßensperre vorbei. Ein Officer, der offensichtlich aus Mexico stammt, fragt uns etwas,

was ich nicht verstehe. Suzanne antwortet "Yes", und wir dürfen weiterfahren. Später frage ich sie, was der Mensch von uns wissen wollte. Sie sagt, auch sie hat es nicht genau verstanden, weil der Officer nicht so gut englisch gesprochen hat, aber sie denkt, er wollte von uns wissen, ob wir Amerikaner sind. Hm. Es wäre schon sehr unangenehm gewesen, wenn er noch weitere Fragen gestellt hätte.

Vor Ajo ist die Landschaft auf dem Kopf gestellt. Hier wurde bis 1985 Kupfer abgebaut, wobei ganze Berge weggebaggert und das Abraum zu kilometerlangen Halden aufgeschüttet wurde. Dafür ist das Städtchen dahinter richtig schmucke. Der zentrale Platz mit Kirche, Palmen und Arkaden ist sehr spanisch. Vierzig Prozent der Bevölkerung sollen hispanische Abstammung haben.

Die Landstraßen sind auch hier sehr amerikanisch, d.h. schnurgerade und fast ohne Verkehr. Es kommt sehr selten vor, dass ein Wagen den anderen überholt, und auch nur dann, wenn der Vordermann viel langsamer fährt als erlaubt. Man wartet, bis es eine freie Sicht von etwa drei Kilometern gibt, und dann wird 30-40 Meter hinter dem langsameren Wagen der Überholvorgang eingeleitet und schließlich vorsichtig, ja fast entschuldigend an ihm vorbeigefahren.




Ajo

Ab Gila Bend sind wir wieder auf der Autobahn. Das Land ist flach, erst viel Acker, später trockenes Gestrüpp, im ganzen etwas eintönig. Und wieder etwas, was ich noch nie gesehen habe: Es flattern so viele Schmetterlinge um uns herum, dass es mich an den biblischen Plagen erinnert. Wir haben Schwierigkeiten, die Windschutzscheibe sauber zu halten.

Vor und hinter Yuma sind wieder viele riesige Wohnmobilcamps zu sehen. So viele Wohnmobile zusammengepfercht habe ich noch nie gesehen!

An der grenze zwischen Arizona und California gibt es an der Autobahn eine richtige Grenzkontrollstelle. Der Beamter fragt uns, ob wir Obst oder Gemüse dabei haben. Wir verneinen es, dann dürfen wir weiter. Später fällt uns ein, dass wir doch noch eine Zwiebel im Kühlschrank haben, die wir allerdings noch am Anfang der Reise in California gekauft und durch Nevada, Utah und Arizona geschleppt haben, um sie jetzt illegal nach California einzuschmuggeln. Schlimm, schlimm!

Einige Meilen später türmen sich hohe Sanddünen neben der Autobahn, wie in der Sahara. Viele Ausflügler nutzen den Sonntag, sich mit Buggy, Motorrad oder Snowboard auf den Dünen zu vergnügen.

Nach Ocotillo wird es wieder bergig. Wir verlassen die Autobahn und suchen ein Camping. In Live Oak Springs sind wir fast die einzigen Campingsgäste. Hier, nur zwei Kilometer von der mexicanischen Grenze, ist es still und ein wenig verlassen.