Live Oak Springs - San Diego

Montag, den 21.03.2005

Liebe Leute, das kann doch nicht ganz richtig sein! Wir sind hier im Süden, südlicher geht es gar nicht, und trotzdem ist es heute früh so kalt wie in Sibirien!





Wir kehren nicht zur Autobahn zurück, sondern folgen der schmalen Straße 94. Eine gute Entscheidung: Dieser Weg ist zwar bergig und kurvenreich, aber landschaftlich wunderschön. Alles ist grün, Wälder und blühende Bergwiesen, nach soviel Wüste ist es auch mal schön, grüne Blätter zu sehen.

In Dulzura nehmen wir ein zweites Frühstück. Das ländliche Lokal ist kurios. Der Wirt ist ein Sammler, der alle freie Flächen an den Wänden mit Nummerschildern, Handquirlen und Petroleumlaternen vollhängte.

Gasthaus und Postamt in Dulzura
Ein Teil der Sammlung in Dulzura

Je näher wir zu San Diego kommen, um so geordneter sind die Felder und Gärten. Bald stehen vornehme Villen an den Hängen, der Verkehr wird allmählich stärker, und ohne eine Stadtgrenze zu merken, sind wir in San Diego angekommen.
Das Camping in einem nördlichen Stadtteil finden wir relativ leicht, auch einen Platz bekommen wir, einen der letzten. Es ist hier ziemlich eng, laut von der benachbarten Autobahn, soweit also typisch für diese Mobilhomeplätze, wo die Rentner überwintern. Auch unser Campnachbar kommt aus Utah, und erzählt, dass er seit acht Jahren jeden Winter hier verbringt. Der Verkehrslärm stört ihn nicht, daran hat er sich gewöhnt. Das einzige, worüber er sich beklagt, ist, dass es in diesem Jahr nur geregnet hat. Ich bin nicht sicher, dass ich den Sinn eines solchen Winteraufenthaltes richtig verstehe.

Campground in San Diego

Das Wetter ist ideal, wir nehmen die Räder und machen eine Runde um das Mission Bay. Es gibt überall ausgewiesene Fahrradwege, und auch wenn die Radler nicht als Verkehrsteilnehmer sondern als Freizeitsportler eingeordnet werden, kommt man leicht überall hin.

San Diego

Höhepunkt unseres Ausflugs ist das berühmte Pacific Beach, ein breiter Sandstrand mit Promenade, wo die Jugend ihre Lebensfreude zur Schau stellt. Neunzig Prozent der Menschen hier sind zwischen zwanzig und dreißig, und wenn ich die Szene anschaue, und mit meiner relativ tristen Studentenzeit im sozialistischen Ungarn der 60-er vergleiche, könnte ich vor Neid platzen. Nicht, dass Jungsein am Balaton schlecht gewesen wäre, aber ein Vergleich mit dem Pacific Beach ergibt keine besonders günstige Bilanz.

San Diego, Pacific Beach
San Diego, Pacific Beach
San Diego, Pacific Beach

Aus lauter Melancholie kippe ich einen Becher Kaffee um und übergieße dabei meine Digitalkamera, die augenblicklich danach anfängt zu spinnen. Die Speicherkarte ist noch zu retten, aber der Apparat scheint hinüber zu sein. Die USA ist kein günstiges Land für meine Fotoapparate: Voriges Jahr in Florida (siehe http://www.janoskertesz.de/florida/05ocala.html), und jetzt das hier ...