Long Beach, Los Angeles

Donnerstag, den 24.03.2005

Als ich heute Früh die Vorhänge auf die Seite ziehe, schaut mich ein Kolibri neugierig an. Es schwirrt nur 50 cm vor meiner Nase! Hier, mitten in diesem chaotischen Riesenmoloch!

Vormittags regnet es, wir lesen, schreiben, dösen. Am Mittag starten wir einen neuen Versuch im Regen zu radeln, aber es gefällt uns nicht. So wird das Vormittagprogramm am Nachmittag wiederholt.

Campground in Long Beach

Nicht weit von unserem Wagen steht ein Whirlpool auf der Wiese. Ringsum stehen Hochhäuser, neben uns die Autobahn, über uns der dramatisch bewölkte Abendhimmel, und wir sitzen mutterseelen allein im 40oC warmen, sprudelnden Wasser. Ich finde diese Szene etwas surreal, jedenfalls für mich. Ich habe nämlich noch nicht vergessen, dass, als ich noch ein Kind war, wir samstags den Badeofen mit Holz angeheizt haben, um eine Wanne voll warmes Wasser zu bekommen. Darin haben dann alle Familienmitglieder nacheinander gebadet. Wohlgemerkt: Wir waren keine armen Leute, mein Vater war Ingenieur.

Freitag, den 25.03.2005

Der Frühling ist zurück. Wir besuchen den Farmers Market von Long Beach. Es ist nicht, wie dieser Name vermuten ließe, nur ein Obst- und Gemüsemarkt, sondern ein Ethno-Veranstaltung, ein Strassenfest mit allen möglichen Waren und Aktivitäten, also Musik, Klamotten, Ethnofood, Handwerkskunst. Sogar Wahrsagen, Gesichtspflege und Massage werden angeboten. Wir lassen uns von Chinesen massieren, ich in der Hoffnung, dass dies für mein noch immer schmerzendes Kreuz gut ist. Nun, eine kleine, zierliche Chinesin hat mich fast kaputtmassiert. Ich weiß nicht woher die Frau die Kraft nimmt!






Farmers Market in Long Beach

Mich beschäftigt die Frage, wie lebt man in einer so großen Stadt wie Los Angeles? Lebt man in Los Angeles oder eher in Garden Grove, Long Beach oder Anaheim? Ich könnte mir vorstellen, dass den Menschen, die wir heute mittag auf dem Fest getroffen haben, ein großer Teil des Stadtgebietes unbekannt bleibt. Man kann sich in einem Straßenmeer von hundert mal fünfzig Kilometer Größe kaum zu Hause fühlen.

Long Beach
Später radeln wir noch am Beach entlang. Es ist phantastisch, so einen Sandstrand in der Stadt zu haben. Und dieser hier ist nur einer von vielen!
Long Beach

Samstag, den 26.03.2005

Das Ende der Reise ist gekommen. Wir packen unsere Sachen, reinigen den Wagen und fahren zur Firma MOTURIS, wo wir unseren Wagen, der uns doch ziemlich stark ans Herz gewachsen ist, zurückgeben. Die Übergabe verläuft ohne jegliche Komplikationen, der gute Eindruck von der Firma, den wir am Anfang hatten, bestätigt sich auch am Ende der Reise. Anschließend fahren sie uns, als Dienst für den Kunden, zum Flughafen. Ende gut, Anfang gut, Mitte gut, alles gut!